Eisenloffel . Sattler + Partner
Vorgabe
Zwischen der Stadt Laufen in Deutschland und der Stadtgemeinde Oberndorf in Österreich soll eine Fußgängerbrücke über die Salzach an historischem Standort errichtet werden. Dabei ist unter engen wirtschaftlichen Vorgaben ein dem attraktiven Ort angemessener Entwurf zu erarbeiten. Der vorliegende Entwurf ist im Rahmen einer Ideenfindung von sieben geladenen Bürogemeinschaften mit bester Wertung zur Realisierung vorgeschlagen worden. Das Bauvorhaben soll als Interreg-Projekt realisiert werden.

Europasteg über die Salzach
Neubau einer Fußgängerbrücke über die Salzach zwischen Deutschland und Österreich
Perspektive
English version  
Laufen / Oberndorf
2002 - 2004

Arbeitsgemeinschaft mit
Henchion, Reuter und Partner und BauCon ZT GmbH
Bauherr: Stadt Laufen und Stadtgemeinde Oberndorf

Visualisierung: HRP • Tom Kühne, E+S


Entwurf
Der sogenannte 'Europasteg' hat durch seine geographischen Vorgaben in Verbindung mit den Anforderungen an die Hochwassersicherheit ein enges Spektrum an Möglichkeiten für die Entwicklung eines geeigneten Tragwerks. Diesen Vorgaben positiv Rechnung zu tragen und daraus eine eigene Qualität zu entwickeln ist Grundlage des vorliegenden Tragwerkentwurfs.




Die Lage im Grundriss wurde abweichend von der Aufgabenstellung leicht variiert. Stattdessen wird die Achse des 'Kalvarienberg' aufgenommen. Auf Laufener Seite definiert ein neuer, attraktiver Platz, das 'Gelenk' zum unteren Stadttor. Die vorschobene Achse im Vergleich zu der um die Jahrhundertwende durch Hochwasser zerstörten Fußgängerbrücke läßt mit ihren denkmalgeschützten Fundamentresten einen spannungsvollen Raum entstehen, der die historische Situation vom neuen Bauwerk aus erlebbar macht.


__ +400.15
__ +399.30
__ +397.43
 



Der zwingend erforderliche Anstieg der Gradiente auf Laufener Seite wird als dynamischer Schwung interpretiert und gestalterisch weiter überhöht. Der stählerne Überbau verbindet dabei beide Widerlager in einer durchgängigen 'Sichel' auf Ober- und Unterseite. Er lagert über der Salzach zweimal auf klingenartigen Pfeilernköpfen in Stahl auf.


Schnitte Pos.10 Pos.20 Pos.25

Tragwerk / Konstruktion
In Anlehnung an die Vorgaben wird ein symmetrisches Dreifeld-System mit Spannweiten von 68m über der Flussmitte und Randfeldern von jeweils 34m gewählt.
Der einzellige, dichtgeschweisste Hohlkasten mit trapezförmiger Kontur bleibt in Ober- und Untergurtbreite konstant. Bei ansteigender Kastenhöhe bis Flußmitte verstärken die veränderlichen Flankenneigungen den dynamischen Schwung der Ansichtskanten. Das Geländer, das - leicht geneigt - ebenfalls über den Winkel entlang der Wegstrecke gedreht wird und in Rippen über der Kastenoberfläche fortgeführt wird, bindet den Gesamtquerschnitt zu einer gemeinsamen, dynamischen Form zusammen.
 
 
Die Pfeiler sind im wasserberührten Teil aus Beton und sind mit einer Einspannung als Bohrpfahlgruppe vorgesehen. Die Pfeiler gehen im oberen Bereich in Stahl über. Die Verbindung mit dem Überbau ist starr. Somit sind in der Brückenansicht keine Lager vorhanden, ein Lagerwechsel über der Salzach wird entbehrlich. Die thermischen Zwängungen können von den in Querrichtung schlanken Pfeilerscheiben problemlos aufgenommen werden. Die Längsdehnungen werden unsichtbar in den Widerlagerbereichen durch Einzel-Gleitlager unter den Fahrbahnübergängen aufgenommen. Lager und Brückenentwässerung sind in den Wartungsgängen der Widerlager einfach zugänglich.